1,01% p.a.



1,9 %: Inflation so hoch wie seit Jahren nicht mehr

Freitag den 3.02.2017

Im Januar stieg die Inflationsrate in Deutschland auf 1,9 %. Das ist der höchste Wert seit Juli 2013. Einer der Gründe dafür ist der gestiegene Ölpreis. Auch in anderen europäischen Ländern hat die Inflation angezogen. So lag die Teuerungsrate in der Eurozone im Januar bei 1,8 Prozent.

Daten beruhen auf vorläufiger Schätzung

Noch handelt es sich bei den Daten, die das Statistische Bundesamt am Montag bekanntgab, nur um eine vorläufige Schätzung.[1] Klar ist jedoch, dass die Inflation deutlich angezogen hat. Vor allem der steigende Ölpreis trieb sie an. Er stieg im Januar um 5,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Ebenfalls verteuert haben sich Nahrungsmittel und Wohnungsmieten. Ein Plus von 3,2 Prozent ist es bei den einen, ein Plus von 1,6 Prozent bei den anderen.[2]

Knapp am Ziel der EZB vorbei

In der gesamten Eurozone ist die Entwicklung ähnlich wie in Deutschland. Um 1,8 Prozent stiegen die Verbraucherpreise. Das ist mehr, als viele Experten erwartet hatten. Auch hier schlugen die Energiepreise mit 8,1 Prozent ordentlich zu Gute. Lebensmittel, Alkohol und Tabakwaren kosteten je 1,7 Prozent mehr. Dienstleistungen verteuerten sich um 1,2 Prozent, Industriegüter um 0,5 Prozent.

Mit 1,8 Prozent verfehlte die Inflationsrate knapp das Ziel von 2 Prozent, das die Europäische Zentralbank (EZB) für den Euroraum vorsieht. Eine Inflation von 2 Prozent, so die These, fördert das Wirtschaftswachstum.

Ein dauerhafter Trend?

Bereits im Dezember lag die Inflationsrate in Deutschland bei 1,7 Prozent. Nun ist die Frage, ob sie sich dauerhaft auf hohem Niveau halten wird oder womöglich sogar noch stärker anzieht. Ulrike Kastens, stellvertretende Leiterin Volkswirtschaft von Sal, rechnet laut Handelsblatt für das gesamte Jahr mit einer Inflationsrate von 1,8 Prozent, an eine Beschleunigung darüber hinaus glaubt sie nicht.[3]

Sollte sich das bewahrheiten, wir die EZB ihre Geldpolitik überdenken müssen. „Wenn diese Preisentwicklung nachhaltig ist, wird damit die Voraussetzung für den Ausstieg aus der lockeren Geldpolitik geschaffen“, zitiert die Tagesschau Bundesbankchef Jens Weidmann.[4] Seit März 2015 kauft die EZB im großen Stil Anleiehn, um das Wirtschaftswachstum anzukurbeln.

Hohe Inflation ist Gift für Sparer

Für Sparer besteht die Gefahr, dass die Inflation ihr angelegtes Geld auffrisst. Liegt der Zins auf einem Tagesgeldkonto bei 0,3 % p.a., die Inflation aber bei knapp zwei Prozent, machen Sparer einen Verlust. Darum ist es wichtig, Angebote zu vergleichen. Einige Festgeldkonten bieten weiterhin Konditionen, die über oder auf dem Level der Inflation liegen, so bietet etwa das Banca Sistema Festgeld einen Zins von 2,40 % p.a. bei einer Anlagedauer von 48 Monaten.


Weiterführende Literatur:

[1] Statistisches Bundesamt

[2] Tagesschau – Inflation

[3] Handelsblatt – Die Deutschen sparen sich ärmer

[4] Siehe Fußnote 2


 
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