1,00% p.a.



Negativzinsen: Sparer rechnen mit Renditeverlusten bei Geldanlage

Freitag den 2.09.2016

Fast zwei Drittel aller Anleger (63 Prozent) halten es für Wahrscheinlich, bald Negativzinsen auf ihre Sparanlage zahlen zu müssen. Neun Prozent sind sich sogar ganz sicher, dass sie zur Kasse gebeten werden. Zu diesem Ergebnis kommt das aktuelle Anlagebarometer der Union Investment. Vor allem die Sparer im Alter zwischen 50 und 59 blicken eher pessimistisch in die Zukunft ihrer Geldanlage.

DZ Bank belegt Genossenschaftsbanken mit Strafzinsen

Die Realität dürfte die Anleger schneller einholen als ihnen lieb ist. Bereits 2014 hat die Deutsche Skatbank als erste deutsche Bank den Negativzins für ihre vermögende Kundschaft eingeführt. Der Hauptgrund für den Trend zu den Negativzinsen ist der Strafzins der Europäischen Zentralbank. Banken, die ihr Geld bei der EZB deponieren, müssen aktuell einen Negativzins von 0,4 Prozent berappen.

Das Geld der Genossenschaftsbanken liegt nicht bei der EZB, sondern bei der DZ Bank. Diese konnte den negativen Verwahrzins bis dato noch abfedern. Doch nach der Fusion mit der WGZ Bank berechnet die DZ Bank für Liquiditätsüberhänge auf den Bankkonten seit 1. September ebenfalls einen Negativzins von 0,30 %. Davon betroffen sind circa 1.000 Volks- und Raiffeisenbanken. Die Raiffeisenbank Gmund am Tegernsee hat bereits reagiert und belastet die Sparguthaben ihrer Kunden von mehr als 100.000 Euro mit einem „Verwahr-Entgelt“ von -0,4 Prozent. Wie viele Banken folgen werden, bleibt offen. Viele Möglichkeiten gibt es nicht, dieses Defizit abzufedern. Alternativ könnten die Geldhäuser an den Gebühren und Kosten ihrer Kontenmodelle schrauben.

Mit Umschichtung auf Festgeldkonto Rendite sichern

Die meisten Volkswirte rechnen damit, dass der Leitzins der EZB in naher Zukunft nicht angehoben wird. Für Bankkunden, die den Negativzinsen entkommen möchten, könnte die Umschichtung ihres Vermögens sinnvoll sein. Mit Festgeldkonto können sich Anleger einen deutlichen Vorsprung erhaschen. Denn die Zinsen sind über den vereinbarten Zeitraum garantiert. Im Festgeldvergleich findet sich aktuell eine Auswahl vergleichsweise lukrativer Festgeldkonten. Vor allem Anlageoptionen im Europäischen Ausland, die über Zinsbroker wie Weltsparen, Savedo und Zinspilot angeboten werden, bieten gute Renditeaussichten bei europäischer Einlagensicherung.