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Nach Brexit-Votum: Bank of England lässt Leitzins unverändert

Freitag den 15.07.2016

Die britische Notenbank lässt den britischen Leitzins drei Wochen nach der Brexit-Entscheidung unangetastet. Die Bank of England teilte am Donnerstag mit, dass der Leitzins vorerst auch weiter auf seinem historischen Rekordtief von 0,5 Prozent verharren wird. Die Entscheidung kommt für die meisten Volkswirte überraschend. Hatten diese angesichts einer drohenden Rezession doch bereits jetzt mit einer Senkung auf 0,25 Prozent gerechnet.

Leitzinssenkung wohl im August

„Der geldpolitische Ausschuss hat sich verpflichtet zu tun, was immer nötig ist, um das Wachstum zu stützen und die Inflation innerhalb eines angemessenen Zeitraums auf die Zielrate zurückzubringen“, erklärte die Bank of England. „Aus diesem Grund erwarten die meisten Mitglieder des Ausschusses eine geldpolitische Lockerung im August.“ Durch die im Hochsommer angekündigte Leitzinssenkung soll der wirtschaftliche Schaden infolge der Entscheidung der Briten zum EU-Austritt vor drei Wochen abgefedert werden. Von der Wiederaufnahme eines milliardenschweren Wertpapierkaufprogramms sah die Notenbank ebenfalls ab. Es bleibt abzuwarten, ob die Notenbank den Leitzins im August aus seinem nunmehr siebenjährigen Schlaf wecken wird.

Auswirkungen für Sparer

Nach der geldpolitischen Entscheidung kam Bewegung in den britischen Pfund, dieser legte an Wert zu und stieg von 1,3220 auf 1,3470 Dollar. Kurz nach dem Brexit-Votum vor drei Wochen ging die britische Währung auf Sturzflug und erreichte zwischenzeitlich sein 30-Jahres-Tief.

Die aktuelle Entscheidung der britischen Notenbank hat für Sparer mit Anlagekonten bei britischen Banken, z. B. der FirstSave €uro oder Bank of Scotland, keine direkten Auswirkungen. Im Auge behalten sollten Investoren lediglich die Höhe ihrer Einlagen. Die bei britischen Banken deponierten Gelder sind über die gesetzliche Entschädigungseinrichtung Englands FSCS (Financial Services Compensation Scheme) bis zu einem Gegenwert von 75.000 GBP geschützt. Da die schwankenden Kurse die Höhe der Sicherungsgrenze beeinflussen, sind aktuell etwas weniger als 90.000 Euro abgesichert. Anleger sollten einen Risikopuffer einbauen, um auch in Zeiten schwankender Wechselkurse auf der sicheren Seite zu stehen.

Im Übrigen sind Banken wie die Bank of Scotland oder Barclays sind mit Niederlassungen in Deutschland vertreten. Die Einlagen sind somit über die gesetzliche Grenze hinaus geschützt. Wichtige Details zur Einlagensicherung und steuerlichen Besonderheiten in Großbritannien gibt es im redaktionellen Test zum FirstSave €uro Festgeld.


 
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