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Fußball-WM und Banken? Kein gutes Geschäft für die Kunden!

Montag den 2.06.2014

Fussball-Weltmeisterschaft In genau 13 Tagen wird in Brasilien die Fußball-WM 2014 eröffnet. Auch für die Fans gibt es derweil vielerlei Aktionen. Merchandising, wohin das Auge blickt. Punkte sammeln für Fan-Artikel der deutschen Nationalelf und vieles mehr. Und auch die Banken rüsten natürlich wieder auf. Passend zur WM haben einige Geldinstitute Finanzprodukte aufgelegt. Doch wie gut sie wirklich sind, ist eher fraglich, für die Kunden scheinen sie kein gutes Geschäft zu sein.

Doch verlockend mutet es schon an, wenn dann mit Fan-Jubel und Jubeltoren und Bonuszinsen geworben wird, wenn es um die Fußball-Weltmeisterschaft geht. Denn schließlich sind wir fast alle im Fieber vor einem solch wichtigen Ereignis, das große Teile unserer Nation bewegt. Kein Wunder also, dass die Banken auf den Zug mit aufspringen und ihren Teil daran verdienen wollen.

Kredite im Namen der WM?

Fanjubel und Vorfreude schön und gut. Viele von uns sind im Zuge einer solchen Veranstaltung in einer Art Rausch, der erst mit dem Ausscheiden der deutschen Mannschaft – oder aber mit dem Titelgewinn enden wird. Dies haben auch die Banken längst erkannt, die ihre Finanzprodukte entsprechend gerne neu bezeichnen oder gar neue Angebote kreieren – Hauptsache ist, es steht irgendwo Fußball-WM drauf.

In diesem Jahr sind dies jedoch nicht nur Sparprodukte, was sonst meist üblich ist, sondern es werden auch Kredite im Namen der WM vergeben. Die Bank Santander bietet dabei einen „Sofortkredit – sofort mitjubeln!“ an. Doch bietet der Kredit wirklich bessere Konditionen, oder wird hier einfach im Zuge der Fußball-Weltmeisterschaft ein Produkt aufgelegt, um von dem sportlichen Großereignis mit profitieren zu können?

Kunden sollten „auf der Hut sein“ vor diesem Kredit?

Wie die Tageszeitung „WELT“ berichtet, sieht zumindest die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen das Angebot der Santander kritisch. Entsprechend wird die Finanzexpertin der Verbraucherzentrale NRW, Annabel Oelmann, zitiert: „Ein eigenes Kredit-Angebot zur WM ist besonders frech“. Dabei sollten Kunden, die Interesse an diesem Kredit haben, „auf der Hut sein“, so die „WELT“. Denn in der Werbung wird der Zinssatz für den WM-Kredit der Santander Bank nicht erwähnt, und dies bewusst, so Oelmanns Warnung.

So wird scheinbar im Rahmen der Fußball-Weltmeisterschaft Werbung für einen Kredit gemacht, der so rein gar nichts mit dem Sport selbst zu tun hat – und der den Kunden selbst auch nicht wirklich etwas bringen dürfte. Gibt es doch, das würde ja dann auch Sinn machen, einen speziellen WM-Zinssatz für alle. Doch diesen gibt es beim Jubel-Kredit der Santander ja nicht, hier gilt nach wir vor: die Bonität macht die Musik, wenn es um die Höhe der Zinsen geht. Vom Erfolg der deutschen Nationalelf bei der WM profitieren die Kunden damit bei diesem Kredit nicht, auch wenn er passend zur Weltmeisterschaft in Brasilien beworben wird.

Sparprodukte zur WM? Waren auch schon mal besser!

Spezielle Sparprodukte zur Fußball-Weltmeisterschaft 2014 mögen sich zwar mitunter auf den ersten Blick sogar gut anhören. Auf den zweiten erweisen sie dann jedoch eine sehr entscheidende Schwäche: Die Höhe der Zinsen.Während es bei der vergangenen WM vor vier Jahren doch mitunter sogar halbwegs gute Angebote gab, sieht es in diesem Jahr wirklich mau aus.

Dies hat vor allem mit einem zu tun: Dem niedrigen Zinsniveau. Die Banken wollen zwar mit auf den Zug springen und mit dem Event in Brasilien werben, das derzeit schon in fast aller Munde ist, auf der anderen Seite haben sie nicht den Mut, entsprechend gute Zinsangebote zu machen.

Und so mögen die 25 Festzinsanlagen wie auch Sparpläne und Kombiprodukte, die speziell für die WM von den Banken aufgelegt und von Stiftung Warentest unter die Lupe genommen wurden, zwar schön und auch verlockend klingen. Doch wirkliche Rendite kann man damit meist eher weniger machen.

Denn egal, ob WM VolltrefferSparen bei der Volksbank Raiffeisenbank Oberbayern Südost oder dem WM-Sparkassenbrief der Sparkasse Neuss und zahlreichen anderen Produkten: So richtig Jubellaune kommt bei den meisten dieser speziellen WM-Angebote für Sparer dann eben doch nicht auf.

Nur wenige tatsächlich gute Sparangebote dabei

Nur wenige Banken verstehen es 2014, auch tatsächlich Sparprodukte aufzulegen im Rahmen der Fußball-Weltmeisterschaft, die auch wirklich Rendite bieten, so das Testergebnis von Stiftung Warentest im Rahmen des Sparprodukte-Tests zur diesjährigen Fußball-Weltmeisterschaft. „Nur eine Handvoll Angebote lässt zumindest im Falle eines deutschen WM-Erfolgs verhaltenen Jubel aufkommen.“, heißt es dazu auf Internetseite der Stiftung.

Dabei wird dann der VR FanBonus 2014 der Raiffeisen-Volksbank Aurich genannt, der tatsächlich im Falle eines deutschen WM-Siegs eine Verzinsung von 2,5 Prozent p.a. für die Laufzeit von zwei Jahren mit sich bringen würde. Doch das ganze schöne Angebot hat dann eben doch einen Haken: Es ist nur in der Region der Raiffeisen-Volksbank Aurich erhältlich und zudem auch noch kontingentiert. Das bedeutet, nur die Verbraucher, die dort auch regional vor Ort sind, können von diesem attraktiven Zinssatz profitieren.

Wo sind die bekannten Banken mit ihren WM-Angeboten in 2014?

Eines fällt bei dem Testergebnis der Stiftung Warentest für die Sparangebote zur WM auf: Die bekannten Namen und die großen Anbieter von Spareinlagen sind nicht mit dabei. Wollen sie in diesem Jahr nicht mit auf den Zug aufspringen? Es scheint so zu sein, denn weder die VTB Direktbank noch andere, in den oberen Regionen des Tagesgeld Ranking und Festgeld Ranking sind bei den speziellen WM-Angeboten zu finden.

Noch zur Fußball-EM 2012 beispielsweise hatte die VTB Direktbank ein Angebot aufgelegt, das sich wirklich sehen lassen konnte. Zwei Jahre später ist bei der Direktbank jedoch der Alltag eingekehrt und es kommt kein besonderes Angebot zur Fußball-Weltmeisterschaft. Ob dies jedoch nur mit dem gegenwärtig niedrigen Zinsniveau zu tun hat. Oder aber auch mit der schlechten Presse, mit welcher die russische Bank, die von Österreich aus agiert, in der letzten Zeit zu kämpfen hatte, wissen wir jedoch nicht.

Fazit:

Aktionssparen im Rahmen der WM lohnt sich in diesem Jahr nur in Ausnahmefällen. Deshalb kann man wohl getrost sagen, die Sparer können solche Angebote weitestgehend außen vor lassen und sich stattdessen die Zinsangebote ansehen, die tatsächlich auch etwas bieten für das eigene Geld. Diese sind zwar aufgrund des oben bereits zwei Mal angeführten Niedrigzinsniveaus auch nicht mehr wirklich breit gestreut.

Wer jedoch wirklich Zinsen für sein Geld haben möchte, der findet auch im Sommer 2014 noch das eine oder andere gute Angebot. Und das Zauberwort dabei ist immer das gleiche: Vergleichen! Möglich ist dies unter anderem mit einem Festgeldrechner, wie Sie ihn auch hier finden können. Dort sehen sie auch schnell, mit welchem Anlagebetrag und mit welcher Laufzeit sie welchen Zinssatz für ihr Festgeldkonto erhalten. Und das so ganz ohne die Fußball-Weltmeisterschaft!

Fotomaterial: © Val Thoermer – Fotolia.com


 
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