1,00% p.a.



Leitzinssenkung im Mai 2014 möglich

Mittwoch den 23.04.2014

Eventuelle Senkung des Leitzins im MaiWird im Mai dieses Jahres der Leitzins doch noch der Zinsschere zum Opfer fallen? Die Zeichen mehren sich und ein halbes Jahr nach der letzten Leitzinssenkung (im November 2013) könnte die Europäische Zentralbank nun den nächsten Schritt gehen. Gegenüber der französischen Monatszeitung „Le Monde“ äußerte sich EZB-Direktor Benoit Coeure entsprechend und schloss einen noch niedrigeren Leitzins für die Euro-Zone nicht aus.

Laut Coeure gebe es durchaus noch Spielraum, den Leitzins weiter zu senken, und damit die Geldpolitik in der Währungsunion noch weiter zu lockern. Bislang hatten die Leitzinssenkungen der letzten Jahre nicht wirklich etwas gebracht, die am schlimmsten betroffenen Schuldenstaaten konnten sich nicht selbst aus ihren Problemen herausziehen, in Italien ist es mittlerweile sogar zu einer Kreditklemme gekommen – trotz niedriger Zinsen für Kredite.

Wie entwickelt sich die Inflation?

Luis Maria Linde, der spanische Notenbankchef, sieht indes eine Leitzinssenkung ebenso im Rahmen des möglichen, wie er sich aktuell laut Reuters gegenüber der Agentur MNI äußerte. Für ihn hängt eine weitere Senkung des Hauptrefinanzierungssatzes für die Banken vor allem von der Entwicklung der Inflationsrate im April und im Mai ab.

Im Februar dieses Jahres lag die Inflationsrate für die Euro-Staaten bei nur noch 0,7 Prozent, im März sogar nur noch auf 0,5 Prozent. Sollte die Jahresteuerung weiter sinken und damit die Gefahr einer Deflation steigen, wird die Europäische Zentralbank wohl diesen Schritt einer weiteren Zinssenkung gehen.

Welche Folgen hätte ein noch niedrigerer Leitzins?

Die Leitzinssenkungen der letzten Jahre haben für zweierlei gesorgt: gesunkene Sparzinsen und gesunkene Kreditzinsen. Doch würde es bei einem noch niedrigeren Leitzins wirklich automatisch so weitergehen, mit sinkenden Zinsen für Ratenkredite und Spareinlagen?

Garantieverzinstes Tagesgeld aus dem Tagesgeldvergleich

Dies ist die große Frage, die sich dabei stellt. Kreditnehmer würden sich natürlich auf noch niedrigerer Zinsen freuen. Sparer indes sind bereits längst am Verzweifeln angesichts der Minizinsen, die sie vielerorts nur noch bekommen für ihre Ersparnisse. Doch kann es wirklich zu weiteren Zinssenkungen bei Ratenkrediten kommen?

Wir denken eher nicht, zeigt der allgemeine Trend doch längst wieder leicht nach oben bei den Kreditzinsen, obwohl der Leitzins im November gesenkt wurde und in dessen Folge die Zinsen für Ratenkredite eigentlich nochmals hätten nachgeben müssen. Doch man beachte hier das Wörtchen „eigentlich“ – denn längst ist nicht mehr normal, was sich auf den Finanzmärkten tut.

Die Banken sagen sich immer mehr los von dem Leitzinssatz als Orientierungspunkt für die Höhe der Kreditzinsen und so wird es in Folge einer weiteren Leitzinssenkung im Mai oder Juni dieses Jahres nicht automatisch zu einer weiteren Senkung der Zinsen für Ratenkredite kommen.

Quellen:

  • Deutsche Bundesbank
  • Federal Reserve System
  • Bank of Japan
  • Schweizerische Nationalbank
  • Bank of England

Spareinlagen vor dem Scheideweg?

Doch während die Kreditzinsen kaum mehr weiter sinken dürften, könnte die Schere bei den Sparzinsen noch weiter auseinandergehen wie bisher. Hier liegt gerade beim Tagesgeld Welten zwischen dem durchschnittlichen Zinssatz, der im Februar dieses Jahres laut Berechnungen der Bundesbank auf nur noch 0,38 Prozent p.a. lag. Und den Angeboten, welche die Spitzenanbieter in diesem Bereich derzeit immerhin noch bieten.

Auch hier zeigen sich jedoch bereits jetzt Änderungen. Auf heute haben gleich zwei der Topanbieter an den Zinsen für ihre Tagesgeldkonten geschraubt – und dies in unterschiedlicher Weise. Während Cortal Consors die Zinsen für das Tagesgeld von bislang 1,30 Prozent p.a. auf nun nur noch 1,20 Prozent p.a. gesenkt hat, hat die Renault Bank direkt die Zinsen für ihr Tagesgeldkonto von bisher 1,10 Prozent p.a. auf 1,30 Prozent p.a. erhöht.

Cortal Consors Tagesgeld – Jetzt eröffnen Renault Bank direkt Tagesgeld – Jetzt eröffnen

Damit zeigt sich, dass der Leitzins wohl immer mehr ausdienen dürfte als Messlatte für die Sparzinsen wie auch für die Kreditzinsen. Bereits jetzt wird immer deutlich, dass es auch bei einem irgendwann möglicherweise wieder deutlich steigenden Leitzins nicht mehr zu den hohen Zinssätzen früherer Tage kommen könnte. Die Realverzinsung wird laut Aussagen des Internationalen Währungsfonds (IWF) irgendwann längst nicht mehr die Höhen erreichen, die sie schon innehatte, Sparer werden sich deshalb früher oder später umstellen müssen.

Alternative Anlagearten mit mehr Risiko bevorzugen?

Die Frage, die sich Sparern in den kommenden Monaten und Jahren wohl immer stellen wird ist die nach den Alternativen zum Tagesgeld wie auch zum Festgeld. Wenn die „sicheren“ Anlagearten kaum mehr Rendite abwerfen, wird jeder Anleger, egal ob Kleinsparer oder Großanleger an den Punkt kommen, sich nach neuen Möglichkeiten der Geldanlage umsehen zu müssen.

Denn sonst wird durch die niedrige Verzinsung nach und nach das Ersparte aufgefressen, und man nimmt um der vermeintlichen Sicherheit willen eine niedrige, zum Teil sogar negative, Realverzinsung in Kauf. Dies dürfte jedoch kaum empfehlenswert sein.

Die besten Festgeldkonten im Vergleich

Viel eher wäre es hier sinnvoll, sich nach alternativen Anlagearten mit mehr Risiko umzusehen, in die dann zumindest der Teil der Ersparnisse, die nicht rein als Notgroschen dienen sollen, angelegt werden kann. Dabei ist es für den Sparer jedoch wichtig, das Geld niemals auf eine Anlageart zu setzen, die er selbst nicht versteht und dessen Risiko er nicht nachvollziehen kann. Sich vorab gründlich zu informieren ist deshalb bei der Anlage und vor allem einer Umschichtung der Geldanlage das Wichtigste – und kommt noch vor den Renditeversprechen und der mitunter sehr schön klingenden Werbung.


 
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