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EZB plant Zinserhöhung im April 2011

Donnerstag den 7.04.2011

Lange Zeit hielten sich die Zinsen hartnäckig auf niedrigem Niveau. Nun hält der Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) dieses Niveau nicht mehr für angemessen – und plant eine kurzfristige Zinserhöhung. Schon im April könnte diese laut EZB-Präsident Jean-Claude Trichet möglich sein, auch wenn der Zeitpunkt noch „nicht sicher“ sei. Klar wäre allerdings schon jetzt, dass es keine Serie von Zinserhöhungen geben wird.

Seit 2009 verweilt der deutsche Leitzins nun schon auf 1,0 Prozent, dies berichtet finanzzeug in ihrem Artikel „EZB: Geldpolitik wird nicht gelockert – Leitzins bleibt bei 1,0 Prozent“. Zuletzt angehoben hatte die EZB den Zinssatz im Juli 2008 – mitten in der internationalen Finanzkrise, und entgegen dem allgemeinen Trend der Zentralbanken. Damals musste die EZB dafür ein hohes Maß an Kritik einstecken. Die zeitliche Entwicklung der Leitzinsen können interessierte Anleger unseren Statistiken auf http://www.tagesgeld.info/lexikon/leitzins/ entnehmen.

Auch jetzt sei „hohe Wachsamkeit“ angebracht, sagte Trichet im Hinblick auf die über dem geplanten Zielwert liegende Inflationsrate. Das Inflationsrisiko sei klar angestiegen – und man müsse verhindern, dass dieser Anstieg kein Vorbote eines „breit angelegten Preisauftriebs“ sei. Trichet gab an, die EZB wäre jederzeit darauf vorbereitet, dann entsprechend zu intervenieren. Die Inflation käme insbesondere durch den massiven Ölpreisanstieg und die Krisen in Nordafrika und den arabischen Ländern zustande. Die hohe Teuerungsrate sieht die EZB unterdessen insbesondere in den angestiegenen Energie- und Rohstoffpreisen begründet. In diesem Jahr soll sie bei durchschnittlich 2,3 Prozent (bisher: 1,8 Prozent) liegen.

Analysten sind überzeugt davon, dass die EZB schon im April die Zinsen heraufsetzen wird. Im Blog von krisenland wird im Artikel „EZB hält Zinserhöhung schon im April für möglich“ diese Meinung bestärkt.

Um die Banken mit einer Zinserhöhung nicht allzu sehr zu belasten, gewährt die EZB den Banken in Bezug auf wöchentliche Hauptrefinanzierungsgeschäfte auf alle Fälle noch bis Juni dieses Jahres so viel Geld, wie sie einfordern. Auch bei den dreimonatigen Refinanzierungsgeschäften zeigt sich die Zentralbank von ihrer großzügigen Seite und bietet den Banken ebenfalls mehr Zeit.

Dies dürfte auch in dem aktuell anlaufenden neuen Stresstest für europäische Banken begründet sein. Würden hierbei Schwierigkeiten auftreten, wären die betroffenen Finanzinstitute immer noch über die EZB ausreichend abgesichert. Wie rp-online berichtet, drohen Prüfer den Banken aber auch mit Konsequenzen.


 
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